Integration in Software

Planungskomponente einbetten: worauf Softwareanbieter achten

Was Softwareanbieter vor der Einbettung einer Planungs- oder Gantt-Komponente klären: Aufgabenteilung, Eigenbau oder Einbettung sowie die Evaluierung.

Kurz erklärt

Wer eine Planungs- oder Gantt-Komponente einbettet, legt zuerst die Aufgabenteilung fest: Die Komponente stellt Zeit-, Ressourcen- und Hierarchiesichten dar und macht sie im Browser bearbeitbar, das eigene Produkt behält Fachobjekte, Rechte, Dialoge und Speicherung. Ob Eigenbau oder Einbettung besser passt, zeigt eine Evaluierung mit einem realen Szenario und realistischer Datenmenge.

Wer eine Planungs- oder Gantt-Komponente in die eigene Software einbettet, sollte zuerst die Aufgabenteilung festlegen. Die Komponente stellt Zeit-, Ressourcen- und Hierarchiesichten dar und macht sie im Browser bearbeitbar, während Ihr Produkt Fachobjekte, Rechte, Dialoge und Speicherung behält. Ob Eigenbau oder Einbettung besser passt, entscheiden vor allem die Datenmenge großer Sichten, die nötige Interaktion, Barrierefreiheit, Lokalisierung, der dauerhafte Wartungsaufwand und die Lizenzbedingungen. Belastbar beantworten lässt sich die Frage mit einem realen Szenario aus Ihrem Produkt und einer realistischen Datenmenge.

Welche Planungsansichten typisch sind

Planungskomponenten zeigen Arbeit auf einer Zeitachse oder in einer Struktur. Für Hawk IVO Scheduler sind drei Ansichten typisch:

  • Zeit- und Ressourcenplanung: Ressourcen, Schichten oder Maschinen auf der Zeitachse darstellen und per Ziehen verschieben.
  • Hierarchien: große Strukturen aus Standorten, Teams und Ressourcen übersichtlich darstellen.
  • Gantt und Kanban: Aufgaben und Aufträge als Zeitbalken oder Board bearbeiten.

Welche davon Ihr Produkt braucht, ergibt sich aus den Objekten, die Ihre Nutzer planen, und aus dem Zeitraum, den sie überblicken müssen.

Was die Komponente übernimmt und was Ihr Produkt behält

Eine Einbettung funktioniert nur, wenn die Verantwortung eindeutig verteilt ist. Für Hawk IVO Scheduler gilt diese Aufteilung:

Aufgabe Verantwortet von
Darstellung und Bearbeitung von Zeit-, Ressourcen- und Hierarchiesichten Planungskomponente
Interaktion im Browser Planungskomponente
Fachobjekte, etwa Aufträge, Schichten oder Maschinen Ihr Hostprodukt
Rechte und Dialoge Ihr Hostprodukt
Speicherung und fachliche Datenhoheit Ihr Hostprodukt

Diese Trennung hat einen praktischen Grund. Ein Balken in der Ansicht steht für ein Objekt, dessen Regeln Ihr Produkt kennt: wer es ändern darf, welche Angaben ein Dialog abfragt und wann eine Änderung gültig gespeichert ist. Bleiben diese Entscheidungen im Hostprodukt, gelten Ihre Rechte und Geschäftsregeln unverändert, gleich ob ein Nutzer in einem Formular oder in der Planungsansicht arbeitet. Für die Architektur ist deshalb früh zu klären, wie Ihr Produkt Daten an die Komponente übergibt und wie eine Änderung aus der Ansicht zurück in Ihre Fachlogik gelangt.

Eigenbau oder Einbettung: Fragen für die Entscheidung

Eine einfache Zeitleiste ist mit überschaubarem Aufwand umsetzbar. Der Aufwand wächst mit der Datenmenge, mit den Bearbeitungsmöglichkeiten und mit den Jahren, in denen die Ansicht gepflegt werden muss. Beide Wege lassen sich an denselben Fragen messen:

  • Datenmenge und große Sichten: Wie viele Objekte zeigt die größte Ansicht, die Ihre Kunden tatsächlich nutzen, und über welchen Zeitraum? Bleibt sie dabei bedienbar, beim Laden ebenso wie beim Scrollen, Zoomen und Markieren? Aussagekräftig ist ein Test mit Ihren Daten in Ihrer Zielumgebung.
  • Interaktion: Welche Bearbeitungen brauchen Ihre Nutzer, etwa Verschieben, Ändern der Dauer oder Umplanen auf eine andere Ressource? Wie zeigt die Ansicht an, dass Ihre Fachlogik eine Änderung ablehnt?
  • Barrierefreiheit: Lassen sich Planungsobjekte auch ohne Ziehen und mit der Tastatur bearbeiten? Die WCAG 2.2 (öffnet in neuem Tab) verlangen auf Stufe AA, dass Funktionen mit Ziehbewegung auch mit einem einzelnen Zeiger ohne Ziehen bedienbar sind, sofern das Ziehen nicht wesentlich ist (Erfolgskriterium 2.5.7). Für die Tastaturbedienung tabellenartiger Ansichten beschreiben die WAI-ARIA Authoring Practices das Grid-Muster (öffnet in neuem Tab), auch für Zeilen, die nicht alle gleichzeitig geladen sind.
  • Lokalisierung: Passen Sprache, Datums- und Zeitformate, Wochenbeginn und Schreibrichtung zu den Märkten Ihrer Kunden? Wie geht die Ansicht mit Zeitzonen und der Zeitumstellung um? In Ländern mit Sommerzeit ist eine Nachtschicht, die über die Umstellung reicht, kürzer oder länger als sonst. Hinweise für Anwendungen gibt ein Entwurf der W3C-Arbeitsgruppe für Internationalisierung (öffnet in neuem Tab).
  • Wartung: Wer pflegt die Komponente über neue Browserversionen, neue Anforderungen Ihrer Kunden und Fehlerbehebungen hinweg? Ein Eigenbau bindet dauerhaft eigene Entwicklungskapazität. Eine Einbettung schafft eine Abhängigkeit, deren Versionen und bekannte Grenzen Sie kennen sollten.
  • Lizenz: Unter welchen Bedingungen dürfen Sie die Komponente in Ihrem Produkt an Ihre Kunden ausliefern? Wie sind Support und Updates geregelt?

Ein Eigenbau liegt nahe, wenn die Planungsansicht klein bleibt oder selbst den Kern Ihres Produkts bildet. Eine Einbettung liegt näher, wenn Ihre Nutzer große Sichten und viele Bearbeitungen brauchen, die Stärke Ihres Produkts aber in der Fachlogik liegt.

So läuft eine Evaluierung ab

Eine Produktvorführung zeigt, was eine Komponente kann. Für Ihre Entscheidung zählt, wie sie mit Ihrem Szenario arbeitet. Für Hawk IVO Scheduler gehen wir dafür in drei Schritten vor:

  1. Szenario wählen: ein konkretes Planungsszenario aus Ihrem Produkt mit realistischer Datenmenge.
  2. Gemeinsam integrieren: Wir zeigen die Einbettung an einem überprüften Minimalbeispiel.
  3. Bewerten: Sie beurteilen Aufwand, Bedienung und Leistung in Ihrer Umgebung.

Danach liegt eine Einschätzung vor, die auf Ihren eigenen Daten beruht und mit der sich Eigenbau und Einbettung vergleichen lassen. Lizenz, Support und Betrieb vereinbaren wir auf Basis der Evaluierung.

Hawk IVO Scheduler und seine Grenzen

Hawk IVO Scheduler ist eine einbettbare Bibliothek, die Zeit-, Ressourcen- und Hierarchiepläne im Browser darstellt. Er visualisiert und bearbeitet große Zeit-, Ressourcen- und Hierarchiesichten und ist in Hawk IVO Force und Hawk IVO Plan im Einsatz. Ihr Produkt bettet die Komponente ein und behält Fachobjekte, Rechte, Dialoge und Speicherung.

Die Bibliothek übernimmt keine fachliche Datenhoheit. Version, unterstützte Frameworks und bekannte Grenzen nennen wir Ihnen im technischen Gespräch. Aussagen zur Leistung werden erst mit Ihrem Szenario belastbar, weil Datenmenge, Zielumgebung und Bedienung von Produkt zu Produkt verschieden sind.

Soll Ihr Produkt zusätzlich Aufgaben an Agents übergeben, finden Sie die Fragen dazu im Artikel Agents in die eigene Software einbetten. Mehr zur Zusammenarbeit steht im Bereich Für Softwareanbieter. Für ein Gespräch über Ihr Planungsszenario nehmen Sie Kontakt auf.

Quellen und weiterführende Links

  1. W3C: Understanding WCAG 2.2, Erfolgskriterium 2.5.7 Dragging Movements (öffnet in neuem Tab)
  2. W3C WAI-ARIA Authoring Practices: Grid Pattern (öffnet in neuem Tab)
  3. W3C Internationalization: Working with Time and Timezones (Group Draft Note) (öffnet in neuem Tab)

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