
Im Podcast „Bridging Innovation“ des Fraunhofer-Verbunds Innovationsforschung ist am 14. Oktober 2026 die Folge „KI einführen, aber wie? Das Projekt KI-ULTRA“ erschienen. Moderatorin Constantia Bernhardt spricht darin mit Dr. Jan-Paul Leuteritz, der KI-ULTRA am Fraunhofer IAO geleitet hat, und mit Cedric Oette, Geschäftsführer der Hawk Intelligent Technologies GmbH. Die Folge ist rund 48 Minuten lang und auf Deutsch.
Worum es in KI-ULTRA ging
Im Projekt KI-ULTRA haben das Fraunhofer IAO und das kooperierende Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart rund 30 Organisationen bei der Einführung von KI begleitet, vom Kleinstunternehmen bis zum DAX-Konzern. Hawk war eines dieser Unternehmen.
Aus dem Projekt sind zwei Leitfäden entstanden, einer zu Strategie und Wandel und einer zur Durchführung konkreter KI-Projekte. Sie liegen auch auf Englisch und Französisch vor. Hinzu kommt ein Evaluation Toolkit, mit dem Unternehmen die Voraussetzungen für den KI-Einsatz und die Wirkung eines eingeführten KI-Projekts bewerten können.
Erfahrungen aus Sicht von Hawk
Hawk wollte mit KI-ULTRA ein Vorhaben mit großer Hebelwirkung angehen: Die Entscheidung, welche Projekte im Unternehmen Vorrang bekommen, sollte sich stärker auf abgeleitete Kennzahlen stützen als auf persönliche Vorlieben. Für dieses Vorhaben, das viele Beteiligte betraf, gab es kein bewährtes Vorbild. Die wissenschaftliche Begleitung bot deshalb ein methodisches Vorgehen, in dem auch ein Scheitern als Erkenntnis zählt.
Cedric Oette vergleicht KI mit dem Rad, das für sich allein beim Transport von Steinen wenig hilft. Mit einer Platte darauf wird es zur Schubkarre, in einer durchdachten Konstruktion zum Förderband. Der Nutzen entsteht also in dem Gesamtkonstrukt, in das die Technik eingebettet ist, und nicht durch eine Einführung von KI um ihrer selbst willen.
Aus dem Austausch nahm Hawk vor allem Erkenntnisse für die Zusammenarbeit im Team mit. Die Forschenden spiegelten die eigene Denkweise, und die Berichte der anderen Unternehmen zeigten, wie unterschiedlich KI eingeführt wird. Auch in einem KI-Unternehmen steht nicht jede und jeder der Technik gleich offen gegenüber. Deshalb lohnt es sich, Bedenken im Team offen zu besprechen und ernsthaft zu prüfen.
Technisch hätte der damals gewählte Deep-Learning-Ansatz viel Vorarbeit verlangt. Große Sprachmodelle verkürzen heute viele dieser Wege, weil sie menschliche Sprache gut interpretieren können. Hawk hat das Vorhaben nach dem Forschungsprojekt weitergeführt und bewertet es heute, auch anhand der Leitfäden, als erfolgreich. Unterschätzt werden nach Einschätzung von Cedric Oette häufig die nötige Integrationstiefe in die vorhandenen Systeme und eine Data Governance, die den Umgang mit sensiblen Personal- und Finanzdaten trägt.
Mitarbeitende einbeziehen
Jan-Paul Leuteritz beschreibt, wie unterschiedlich die begleiteten Unternehmen vorgegangen sind. Einen Ansatz, der für alle passt, gibt es nicht. Beide Gesprächspartner raten davon ab, KI ohne klares Ziel einzuführen. Zuerst sei zu klären, womit ein Unternehmen sein Geld verdient und welche Aufgaben KI dort sinnvoll übernehmen kann. Mitbestimmung und Mitsprache der Mitarbeitenden machen Unternehmen nach den Worten von Jan-Paul Leuteritz bei der Umsetzung wesentlich erfolgreicher, weil die Mitarbeitenden die Expertinnen und Experten für ihren eigenen Arbeitsplatz sind.
Folge anhören
Die Folge ist mit Shownotes und Transkript auf der Seite des Podcasts (öffnet in neuem Tab) abrufbar, außerdem bei Spotify, Apple Podcasts und weiteren Plattformen. Projektseite und Leitfäden finden Sie beim Fraunhofer IAO (öffnet in neuem Tab). Mehr zum Projekt und zum Beitrag von Hawk lesen Sie im Wissensartikel Forschungsprojekt KI-ULTRA.
Quellen und weiterführende Links
- Bridging Innovation: KI einführen, aber wie? Das Projekt KI-ULTRA (Folge mit Shownotes und Transkript) (öffnet in neuem Tab)
- Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung: Podcast Bridging Innovation (öffnet in neuem Tab)
- Fraunhofer IAO: KI-ULTRA, Projektseite und Leitfäden (öffnet in neuem Tab)
- Bridging Innovation bei Spotify (öffnet in neuem Tab)
- Bridging Innovation bei Apple Podcasts (öffnet in neuem Tab)